Wann ist eine Kanalreinigung notwendig?
Im Gegensatz zu einer einfachen Rohrreinigung am Siphon befasst sich die Kanalreinigung mit den Rohrstrecken, die unter Ihrem Grundstück oder unter der Straße liegen — den sogenannten Grund- und Fallleitungen. Diese Leitungen transportieren Wasser und Abwasser aus mehreren Wohnungen oder Häusern und sind oft Jahrzehnte alt. Besonders in älteren Vierteln wie Täbingen oder Heiligenzimmern können die Leitungen aus den 1950er bis 1980er Jahren stammen und zeigen entsprechende Verschleißerscheinungen.
Typische Anzeichen für ein Kanalproblem sind:
- Mehrere Abläufe staut sich gleichzeitig — besonders im Bad und der Küche, obwohl die Siphons sauber sind.
- Fauliger Geruch aus dem Keller oder von außen — ein Zeichen für Stauungen oder Risse in der Leitung.
- Toilette läuft extrem langsam ab — nicht nur bei Spülung, sondern auch ohne Einsatz von Chemie zu lösen.
- Regelmäßige Verstopfungen trotz Wartung — die Leitung selbst hat Verformungen oder Wurzeleinwuchs.
- Feuchte Stellen im Keller oder Risse an der Wand — ein Hinweis auf Undichtheiten in der Kanalanlage.
- Nach Starkregen Wasser im Keller — ein Rückstau durch eine überforderte oder beschädigte Kanalleitung.
Hochdruckspülung und Kamerabefahrung: So arbeiten wir
Um ein Kanalproblem wirklich zu beheben, muss man zunächst die Ursache kennen. Unsere vermittelten Fachbetriebe nutzen dafür zwei Kernverfahren:
Die Kamerabefahrung ist ein unverzichtbarer Diagnose-Schritt. Eine kleine, robuste Kamera wird in die Leitung eingeführt und zeigt exakt, wo Risse, Verformungen, Wurzeleinwuchs oder Ablagerungen sitzen. Die Aufnahmen werden digitalisiert und dienen als Dokumentation für Versicherungen, Eigentumsverwalter oder zukünftige Arbeiten. Auf diese Weise lässt sich auch klar unterscheiden, ob es sich um ein vorübergehendes Verstopfungsproblem oder einen strukturellen Schaden handelt.
Die Hochdruckspülung ist das Reinigungsverfahren der Wahl. Mit Drücken von 150 bis 250 Bar werden hartnäckigste Ablagerungen, Kalkausscheidungen und Wurzelreste gelöst. Anders als chemische Mittel beschädigt das Hochdruckverfahren die Rohre nicht, sondern schont auch die Kläranlagen und die Umwelt. Besonders bei Grundleitungen, die unter mehreren Häusern oder entlang von Straßen liegen — wie in Leidringen oder Rosenfeld selbst — ist diese Methode bewährt und kostengünstig im Vergleich zu Ausgrabungen.
Wurzeleinwuchs und Leitungsschäden frühzeitig erkennen
Ein häufiges Problem in älteren Siedlungen des Zollernalbkreises ist der Wurzeleinwuchs. Bäume und Sträucher rund um das Grundstück suchen nach Wasser, und sobald eine Kanalleitung Risse oder Fugen hat, wachsen feinste Wurzelhaare in die Leitung ein. Im Laufe von Jahren kann das zu ernsthaften Blockaden führen, die nicht einfach durch Hochdruckspülung zu lösen sind — dann wird die Leitung wieder undicht.
Die regelmäßige Kamerakontrolle alle 3 bis 5 Jahre offenbart solche Probleme in einem frühen Stadium, bevor sie zu teuren Sanierungen führen. Ein Werterhalt-Gedanke, den vor allem Hausbesitzer in Brittheim oder Isingen schätzen, deren Immobilien älter als 30 Jahre sind. Dokumentierte Aufnahmen helfen auch bei der Kommunikation mit Behörden, Nachbarn oder späteren Käufern.